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200 Jahre Schützenverein

1823 Pelkum e.V.

 

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Zeitreise in die Anfänge des Schützenwesens

Betrachtet man das Schützenwesen in Westfalen im 19. Jahrhundert so muss man feststellen, dass dies ohne die Betrachtung der politischen Verhältnissen nicht möglich ist. Im Jahre 1809 stand das heutige Ruhrgebiet unter französischer Herrschaft durch Napoleon. Da ihm die Schützenvereine nicht geheuer waren, wurden Sie verboten. Nachdem die Preußen etwas um 1820 wieder die Hoheit in weiten Teilen Westfalens übernahmen, änderte sich die Situation und Schützenvereine wurden wieder erlaubt. Die dann neu entstandenen Vereine hatten allerdings keine militärischen Schutzaufgaben mehr, im Vordergrund standen nun Brauchtumspflege und Geselligkeit. Der Schirmherr der Schützenfeste war der Bürgermeister. Im Jahr 1821 legte die Regierung in Arnsberg Regeln fest, es galt ein striktes Alkoholverbot während des Schießens. Die Obrigkeit musste dafür sorge tragen, dass bei den Lustbarkeiten die Sittlichkeit nicht leidet und es zu keinen rohen Trinkgelage kommt. Um die Häufigkeit der Schützenfeste einzuschränken sollten sich hier mehrere Gemeinden zusammenschließen.


Dem Schützenverein 1823 Pelkum e.V. liegt eine Konzession zum Scheibenschießen vom 30. März
1829 vor. Ausgestellt hatte diese der Bürgermeister Opderbeck. Festwirt war der Wirt Kleikamp (Betzler). Ab 1844 schoss man einen Vogel, den preußischen Adler. Bis zum vermeintlichen 175. Vereinsjubiläum 2004 war als Gründungsjahr 1829 angenommen worden, dies ist zurückzuführen auf die in diesem Jahr stattgefunden Fahnenweihe und einem Fahnenstock mit der Jahreszahl 1829. Eine von Gerhard Neuhaus im Stadtarchiv gefundene Urkunde belegt aber ein Schützenfest schon aus dem Jahr 1823 mit einem Johann Wilhelm Holtmann als Schützenkönig.


Nach den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und in dessen Folge die Gründung des Deutschen Reichs unter Kaiser Wilhelm I. wurden zwei Schützenfeste gefeiert. In den 1890-iger Jahren gab es Streit im Schützenverein, es kam zu etlichen Vereinsaustritten und zur Gründung des Schützenbunds als zweiten Schützenverein in Plenum im Jahre 1901. Erst in 1933 fand man auf politischen Druck hin wieder zusammen, denn es war verboten zwei Vereine gleicher Art in einer Gemeinde zu haben.

 

 


1. Schützenkönig im Jahr 1823 in Pelkum

 


Als wir 2004 vom Schützenverein unser 175 jähriges Jubiläum feierten, dachten alle Schützen wir würden unser nächstes Jubiläum erst im Jahre 2029 feiern. Dank Gerhard Neuhaus, dem damaligen Ortsheimatpfleger feiern wir nun schon 2023. Er hatte seinerzeit im Stadtarchiv eine Urkunde gefunden, die zweifelsfrei belegt, dass schon 1823 ein Schützenfest in Pelkum gefeiert wurde. Schützenkönig war Johann Wilhelm Holtmann. Fortan waren wir der älteste Schützenverein in Hamm.


Als wir mit Blick auf unser Jubiläumsfest die aktuellen Ortsheimatpfleger Heinz-Dieter Funke und Gisbert Hielscher gefragt haben, ob diese der Festzeitschrift etwas beisteuern können, haben diese sich direkt auf die Recherche gemacht und weiteres über den damaligen, ersten König in Erfahrung bringen können.

Im Kirchenarchiv war ersichtlich, dass es viele Holtmanns in Hamm gab. Die Jahreszahl 1823 dämmte den Personenkreis dann doch stark ein. Der Gesuchte war Johann Heinrich Wilhelm Holtmann, geb. Am 29.02.1801 und gestorben am 24.12. 1882. Beim Königsschuss war er demnach erst 22 Jahre jung. Im selben Jahr heiratete er am 16.09.1823 eine Dorothea Elisabeth Hahne aus Rhynern. Die Hochzeit fand im Pfarrhaus statt, Pfarrer in Pelkum war zu der Zeit Gottfried Doerth (1770-1837)


Eine beeindruckende Zeitreise in die Vergangenheit. Gestern wie heute hat sich der Sinn der Schützenfeste nie geändert, ganz unserem Leitspruch - aus der Tradition für die Zukunft

 

 

 

Unser Logo für das 200 Jahr-Jubiläum ist ab der Jahreshauptversammlung am 29.01.2023 auch als Pin erhältlich.

Bitte sprecht den Vorstand zwecks Erwerb der Pins an.

Kosten 3€ + 1€ Spende an das Hospiz  "Am Roten Läppchen" Hamm

 

 

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